Geburt…

Während neben mir auf der Couch ein zauberhafter 7 Wochen alter Junge vor sich hin zappelt möchte ich „kurz“ aufschreiben wie die Geburt abgelaufen ist…einfach weil ich es nicht vergessen möchte.

Der Errechnete Termin war der 28.01.2016 und ich bin immer davon ausgegangen, dass es eher ein Februarkind gibt, da man ja in der ersten Schwangerschaft eher überträgt.

Als mich meine Frauenärztin in der 30. Woche wegen einem auf 3 cm verkürzten Gebärmutterhals aus dem Verkehr gezogen hat war ich erst mal völlig durch den Wind. Nach kurzem verdauen und regelmäßigen Kontrollen, bei denen er sich nicht weiter verkürzt hat und die CTGs immer völlig in Ordnung waren, beschloss ich das ganze nicht zu ernst zu nehmen, mich zu schonen und die freie Zeit zu genießen.

Am 27.12. dann allerdings, einem Sonntag (SSW 35+3) wollte ich mich nach einem entspannten Abend mit Badewanne und Zweisamkeit (ihr versteht was ich meine) mit dicker Kugel gemütlich ins Bett rollen. Ich lag noch keine 20 Minuten, da fing ich an Krämpfe zu spüren…regelmäßige Krämpfe. Ich habe mit dem Timer einer App aufgezeichnet, dass sie regelmäßig Ca alle 4 Minuten kamen und 30-40 Sekunden dauerten. Ungewöhnlich – hab ich mir gedacht…das ging so bis in die Morgenstunden ( ich fing inzwischen hektisch an meine Kliniktasche zu packen für die ich bis dahin noch kaum was getan hatte). Die einzelnen Krämpfe waren wenig schmerzhaft aber schlafen konnte ich trotzdem nicht.

Ich hatte regulär um 9:00 einen Termin beim Frauenarzt. Der Befund: leichte Wehen auf dem CTG, Gebärmutterhals fast verstrichen und Muttermund fingerdurchlässig😱

Das saß! Anweisung war ins Krankenhaus zu gehen, sollten die Wehen nicht wieder verschwinden. 

Nach einer weiteren durchwehten Nacht bin ich dann am Nachmittag des 29. ins Krankenhaus. Befund hier bei der Aufnahme: leichte Wehen und ein verstrichener Gebärmutterhals mit 2 cm geöffneten Muttermund. Ich würde auf Station geschickt, sollte essen und danach wiederkommen. Das hab ich dann auch gemacht und siehe da…eine Stunde später war ich bei 3 cm und durch die Untersuchungen war der Schleimpfropf abgegangen. Mein Bett wurde von Station geholt und in den Kreissaal gebracht. 

Ich war völlig überrollt! Damit hatte ich trotz aller Anzeichen nicht gerechnet. Der Babyboy hatte doch noch nicht einmal einen Namen.

Doch die Nacht blieb ereignisslos…trotz regelmäßiger leichter Wehen blieb derMuttermund  konstant bei 3 cm und ich kam am Morgen unverrichteter Dinge auf Station. Da blieb ich dann noch weitere drei Nächte (also über Silveser) obwohl die Wehen fast weg waren, weil bei einem CTG die Herztöne verrückt spielten (er hat wahrscheinlich mit der Nabelschnur gespielt der Schlingel) und die Fruchtblase so prall stand.

Am fünften Tag im Krankenhaus hatte ich allerdings genug und habe auf meine Entlassung bestanden. In der Zwischenzeit hatten mein Freund und meine Mutte den Nestbau übernommen und alles für eine eventuell frühere Ankunft des Sohnemanns vorbereitet.

Ich war so froh wieder zu Hause zu sein. Die Wehen waren weg und ich habe wieder geschlafen wie ein Baby! Was eine Erleichterung!

Am 06.01. allerdings (inzwischen 36+6) bin ich frühs wieder mit den gleichen regelmäßigen Krämpfen aufgewacht…ich habe den Drei Königstag allerdings trotz Wehen noch gemütlich verbracht und Sauerbraten mit Spätzle gekocht…mhh!

Gegen Abend wurden die Wehen dann doch unangenehm, ich wollte in die Badewanne und dann ins Bett, in der Hoffnung, dass sie dann wieder weg gehen – gingen sie aber nicht.

In der Früh habe ich dann meinen Freund aufgescheucht und mich ins Krankenhaus fahren lassen.

08:00 Uhr (37+0)

Zu der Hebamme im Kreissaal sagte ich gleich als erstes: also wenn sich da nix getan hat, dann geh ich wieder heim😄

Sie meinte aufmunternd, dass ich schon bei 6 cm wäre. Worauf ich betonte, dass ich wieder heim gehen wolle (hier habe ich klar Verleugnet, dass ich gerade dabei war ein Kind zu bekommen😆).

10:00 Uhr

Ich wurde dann spazieren geschickt, bin mit meinem Freund etwas frühstücken gegangen und einmal um das Krankenhaus gewatschelt ( mit regelmäßigen Stops zum veratmen bei denen jedes Mal Passanten fragten ob ich Hilfe bräuchte😂). Die Schmerzen waren aber noch gut aushaltbar. 

12:00 Uhr 

Zurück im Kreissaal zeigte die Untersuchung, dass ich bei 7-8 cm war und ich wurde auf Station geschickt (diesmal aber schon auf die für Muttis mit Kind). Ich hab dann noch geholfen meine Sachen aus dem Auto ins Zimmer zu tragen und wollte mich gerade häuslich einrichten, als eine aufgeregte Schwester mir eine Infusionsampulle in die Hand drückte und sagte ich solle schleunigst wieder in den Kreissaal (irgendwie war das bei der Schicht -Übergabe wohl untergegangen, dass ich kurz davor war ein Kind zu bekommen…ich habe wahrscheinlich nicht genug rumgejammert).
14:00 Uhr

Im Kreissaal wollte die Oberärztin mir dann einen Wehentropf andrehen, den ich aber wehement abgelehnt habe. Sie ist dann zu einem Kaiserschnitt und hat mir die Dauer der OP Zeit gegeben auf 10cm zu kommen, dann würden sie die Fruchtblase öffnen…die Hebamme hat mich kurz darauf untersucht und da war er auch schon vollständig geöffnet.

Sie hat dann noch abgewartet bis die Ärztin wieder aus dem OP-Saal kam und hat die Fruchtblase geöffnet (ich erinnere mich, bis zu diesem Punkt noch Witzchen  machen zu können). Dann allerdings sollte ich anfangen zu pressen, ich hatte aber noch überhaupt keinen Presdrang…das habe ich dann als wirklich unangenehm empfunden! Ich kann auch nicht genau sagen wie lange ich pressen musste, ich schätze 20 Minuten. Irgendwann in dem Getümmel würde ich dann geschnitten (ohne dass ich es gemerkt habe) und die Ärztin hat sich auf meinen Bauch gelegt.

Mein Freund war im Kreissaal eher zurückhaltend…ich glaube er war noch mehr von den Ereignissen überrollt als ich. Er hat versucht mich so gut es ging zu unterstützen

16:20 Uhr

Und dann kam er – der Moment – erst der Kopf und eine Wehe später der Körper meines Sohnes. Eine extrem surreale Erfahrung! Die Nabelschnur war zu kurz um ihn mir sofort hoch zu geben. Die Hebamme hat sie durchgeschnitten (mein Freund hat sich in der Augregung nicht getraut) und dann wurde mir diese winzige Bündel Mensch gegeben…2650 g, 50 cm lang…und hat gleich den Kopf gehoben, sich ganz wach umgeschaut und die Hebamme angepieselt😄.

Das Nähen danach habe ich als den Schlimsten Teil empfunden! Ich wollte dich einfach nur da liegen mit meinem Sohn, ihn kennen lernen und bestaunen…die Ärztin hat mich aber nicht geflickt bekommen und es kamen noch zwei Oberärztinen dazu, die mich wieder aufgetrennt haben und neu vernähen mussten.

Ich durfte im Kreissaal dann noch einmal kurz versuchen ihn anzulegen, musste auf die Toilette gehen und schon war ich wieder auf meinem Zimmer. Das alles ging so unfassbar schnell, ich war wie überfahren.

Im Nachhinein stört es mich so abgefertigt worden zu sein (war viel los im Kreissaal an dem Tag) aber ich bin auch unendlich dankbar eine doch recht unkomplizierte schmerzarme Geburt gehabt zu haben.

Der Babyboy ist definitiv kein totales Anfängerbaby aber ich versuche trotz Schlafdefizit die Zeit zu genießen.

Das Stillen klappt super (zwar leider nur mit Stillhütchen aber immerhin) und er wächst und wächst und wächst💜

Es gäb so einiges zu berichten…übers Stillen, das Wickekn mit Stoff, wie er sich entwickelt und seine drei fehlenden Wochen wieder wett macht…ich Rolls versuchen…aber versprechen tu ich nix😋

Marie mit Mäuser

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Ein Gedanke zu „Geburt…

  1. Herzlichen Glückwunsch!! Das klingt doch nach einer recht entspannten und schönen Geburt.. ❤ Die schnelle Abfertigung im Anschluss ist in der Tat schade..
    Alles Gute euch dreien!

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